BUND Naturschutz stellt sich gegen Ausrottungsstrategie

Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern vom 16.06.2016.

Aus dem Originaldokument:

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Immer wieder werden Käfer an neuen Orten entdeckt, auch im Münchner Stadtgebiet. Die derzeit verfolgte Ausrottungsstrategie der Behörden kann nicht erfolgreich sein, solange ein Neueinschleppen des Käfers nicht zuverlässig unterbunden wird. Zudem ist überhaupt nicht klar, ob der Käfer nicht längst in weiten Teilen Bayerns vorkommt. Gibt es zehn Käfer in Bayern oder schon Hunderte? Wir wissen es schlicht und einfach nicht. Mit den großflächigen Fällungen schaffen wir jedenfalls eine Baumvernichtung, die der Käfer selbst niemals schaffen würde. Wie lange soll das so weitergehen? Bis halb Bayern laubbaumfrei ist? Zudem kann niemand sicher sagen, welchen Schaden der Käfer tatsächlich anrichten würde. Wenn das so weitergeht, verlieren wir überall unsere grünen Lungen und müssen trotzdem befürchten, immer wieder neue Käfer zu bekommen. Der vermeintlich billige Import von Granit kommt die Städte teuer zu stehen. Hier müssen die Kommunen mit gutem Beispiel voran gehen und wie früher üblich Granit aus der Region verwenden“ so Christian Hierneis, Vorsitzender des BN in München.

Als blinder Passagier im Verpackungsholz von Steinlieferungen aus China wurde der Käfer bereits an mehreren Orten in Deutschland festgestellt. Erst vor wenigen Wochen wurde er auch im Hafen von Kelheim entdeckt. Verschärft wird die Situation durch die Tatsache, dass nach wie vor Granit in großen Mengen aus China importiert wird, auch durch die Stadt München, wie aktuelle Fotos des BN von Münchner Baustellen beweisen. Selbst wenn Paletten aus China begast werden und auch bei uns kontrolliert werden – sicher ist niemand, dass jeder Käfer, jede Larve gefunden wird.

„Aus wie vielen Paletten der ALB bereits gekrabbelt ist und wo er überall in unseren heimischen Bäumen lebt, weiß niemand. Momentan ziehen die Fällungen immer weitere Kreise. Ein Ende ist nicht in Sicht. Überall im Stadtgebiet lagern Paletten mit Granit-Bordsteinen aus China, egal ob in der Maxvorstadt, am Luise-Kiesselbach-Platz oder in Obersendling“ erläutert Hierneis.

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„Nur wenn eine Neueinschleppung komplett ausgeschlossen werden kann und die zuständigen Behörden umgehend Klarheit über die tatsächliche Verbreitung des ALB in Bayern schaffen, ist eine lokale Ausrottungsstrategie sinnvoll. Deshalb lehnt der BN diese weiträumigen präventiven Fällungen ab. Das derzeitige Vorgehen unterstützt der BN nach seinem aktuellen Beschluss nun nicht mehr“ macht Hierneis die Position des BN deutlich.

…> Quelle und Bilder: BUND Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe München

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